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Newsletter Nr 1/2019: Blaue Karte EU
Sehr geehrte Damen und Herren,  
 
                                                                    

wir begrüßen Sie herzlich zu unserer neuen Ausgabe des „Make it in Germany“-Newsletters. Diesmal warten wir anlässlich des Relaunchs von „Make it in Germany“ mit einer Sonderausgabe unseres Newsletters auf. Ihr „Make it in Germany“-Team wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen!
In dieser Ausgabe finden Sie: 
  • Im Fokus: Die Blaue Karte EU in Deutschland
  • Zahl des Monats: Erteilungen der Blauen Karte in Mangelberufen
  • Neues auf „Make it in Germany“:  
    • Deutschland kennenlernen
    • Partnernetzwerk
  • Gastbeitrag: Erfahrungen aus der Ausländerbehörde München

Im Fokus

Die Blaue Karte EU in Deutschland - steigende Zahlen und diverse Möglichkeiten

Blaue Karte EU: Beliebter Aufenthaltstitel bei akademischen Fachkräften 

Am 1. August 2012 wurde die Blaue Karte EU als Aufenthaltstitel für hochqualifizierte Fachkräfte aus den sogenannten Drittstaaten in Deutschland eingeführt. Die rechtliche Grundlage ist §19a Aufenthaltsgesetz (AufenthG), welcher auf die Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union[1] zurückgeht. Voraussetzung für die Erteilung der Blauen Karte EU ist, dass eine Arbeitsplatzzusage für eine Beschäftigung vorliegt, mit welcher ein bestimmtes Mindestgehalt erzielt wird. Seit Inkrafttreten in Deutschland ist die Anzahl der vergebenen Blauen Karten EU von Jahr zu Jahr gestiegen (siehe Abbildung). Allein im Jahr 2017 wurden insgesamt 21.727 Blaue Karten EU ausgestellt – 25 Prozent mehr als in 2016 (17.362). Dabei richtet sich die Blaue Karte EU nicht nur an qualifizierte Fachkräfte, die nach Deutschland kommen wollen, sondern auch an Personen aus Drittstaaten, die bereits in Deutschland leben. Beispielsweise können Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen, die hier erwerbstätig werden wollen, die Blaue Karte EU beantragen und damit ihren Status wechseln. In 2017 wurden rund zwei Drittel der Blauen Karten EU an Drittstaatsangehörige erteilt, die sich bereits in Deutschland befanden. Gegenwärtig kommen rund 24 Prozent der Inhaber der Blauen Karte EU aus Indien[2]. Weitere wichtige Herkunftsländer sind China, Russland, Ukraine, Türkei und die USA.

Deutschland ist im EU-Vergleich Spitzenreiter bei der Vergabe der blauen Karte EU, denn 84 Prozent aller Erteilungen entfielen auf die Bundesrepublik[3]. Zum einen gibt es hier keine anderweitigen nationalen Einwanderungsprogramme, die der Blauen Karte EU Konkurrenz machen könnte, zum anderen punktet Deutschland mit einem prosperierenden Arbeitsmarkt sowie mit abgesenkten Einkommensgrenzen für Mangelberufe[4].

So funktioniert die Blaue Karte EU in Deutschland

Die Blaue Karte EU richtet sich an Drittstaatsangehörige mit einer bestimmten Qualifikation, die zum Zweck der Erwerbstätigkeit nach Deutschland zuwandern. Voraussetzungen für den Erhalt einer Blauen Karte EU sind:

  • ein deutscher Hochschulabschluss oder ein ausländischer Hochschulabschluss, der in Deutschland anerkannt bzw. mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist und
  • ein der Qualifikation entsprechender Arbeitsplatz in Deutschland mit einem jährlichen Bruttogehalt von mindestens 53.600 Euro (Angaben für das Jahr 2019).


Akademische Fachkräfte aus den von Engpässen betroffenen Bereichen wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Ärztinnen und Ärzte können bereits dann eine Blaue Karte EU erhalten, wenn sie genauso viel verdienen wie vergleichbare inländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Gehaltsgrenze liegt hier aktuell bei mindestens 41.808 Euro brutto (im Jahr 2019). In diesem Fall muss jedoch die Bundesagentur für Arbeit (BA) der Beschäftigung zustimmen. Diese Zustimmung entfällt, wenn der Hochschulabschluss in Deutschland erworben wurde.


Die Blaue Karte EU wird zunächst für einen begrenzten Zeitraum von maximal vier Jahren ausgestellt. Beträgt die Laufzeit des Arbeitsvertrages weniger als vier Jahre, so richtet sich die Gültigkeit der Blauen Karte EU nach der Dauer des Arbeitsvertrages plus drei Monate. Nach Ablauf kann die Blaue Karte EU unter bestimmten Voraussetzungen verlängert oder in eine Niederlassungserlaubnis umgewandelt werden, womit ein unbefristeter Aufenthalt in Deutschland möglich ist.

Zahl des Monats

11.111 Personen
erhielten im Jahr 2017 eine Blaue Karte zur Ausübung eines Mangelberufs

Quelle: Ausländerzentralregister, 2018 

Blaue Karte EU bietet langfristige Perspektiven

Die Blaue Karte EU soll die dauerhafte Zuwanderung von hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen, vor allem in den Engpassberufen, fördern und erleichtern. Die Vergabekriterien sind klar definiert und können sowohl von Einwanderungsinteressierten als auch von Arbeitgebern gleichermaßen nachvollzogen werden. So bietet die Blaue Karte EU Planungssicherheit und Rechtsanspruch für beide Seiten[5].

Einer der Vorteile der Blauen Karte EU ist, dass deren Inhaber deutlich früher als andere Zuwanderergruppen eine dauerhafte Perspektive in Deutschland erhalten. Bereits nach 33 Monaten haben sie die Möglichkeit, eine Niederlassungserlaubnis zu beantragen, wenn in dieser Zeit eine qualifizierte Beschäftigung ausgeübt wurde. Bei Deutschkenntnissen, die mindestens dem B1-Niveau entsprechen, ist dieser Schritt bereits nach 21 Monaten möglich. Allein im Jahr 2017 wurden gut 11.000 Niederlassungserlaubnisse ausgestellt. Der überwiegende Anteil dieser Niederlassungser­laubnisse entfällt auf 7.809 frühere Inhaber einer Blauen Karte EU.

Auch der Familiennachzug wird für Blaue Karte-Inhaber erleichtert. Zuziehende Ehegatten erhalten beispielsweise einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, ohne Deutschkenntnisse nachweisen zu müssen. Zudem haben sie sofort uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

Lesen Sie mehr zu den Möglichkeiten der Blauen Karte EU auf „Make it in Germany“:

Visum zur Erwerbstätigkeit

Niederlassungserlaubnis

Familiennachzug


Quellen: 

[1]Richtlinie 2009/50/EG über die Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen zur Ausübung einer hochqualifizierten Beschäftigung: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex%3A32009L0050 (15.10.2018)

[2] Insgesamt waren zum Stichtag am 31. März 2018 43.178 Drittstaatsangehörige mit einer Blauen Karte EU in Deutschland aufhältig. Quelle: Bamf/ Wanderungsmonitoring, 2018. 

[3] BAMF / Eurostat 2018: http://www.bamf.de/DE/Infothek/Statistiken/BlaueKarteEU/blaue-karte-eu-node.html

[4] Ifo Schnelldienst 6/2018.

[5] BAMF


Neues auf „Make it in Germany“

"Deutschland kennenlernen"   

In der neuen Rubrik erhalten Sie auf einen Blick zusammenfassende Informationen zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Fachkräftesituation oder Zuwanderung. Es erwarten Sie Fakten, offizielle Statistiken, anschauliche Grafiken sowie weiterführende Informationen rund um Deutschland. Lesen Sie mehr.

Das Partnernetzwerk 

„Make it in Germany“ verfügt über ein starkes Partnernetzwerk. In der neuen Rubrik „Partner und wichtige Portale“ erhalten Sie einen Überblick über Kooperationspartner und Unterstützer, deren Aufgaben und Leistungen sowie weitere wichtige Portale. Lesen Sie mehr.

Gastbeitrag 

Die Verwaltungspraxis der Blauen Karte EU- Erfahrungen aus der Ausländerbehörde München

Die Blaue Karte EU ist ein attraktiver Aufenthaltstitel für Zuwanderer aus den sogenannten Drittstaaten geworden, zeigt ein aktueller Bericht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Mit diesem Aufenthaltstitel konnten bereits viele hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen. Um den stark wachsenden Zuzug von Migranten zu betreuen, haben viele Ausländerbehörden in Deutschlands Großstädten Service-Center für ausländische Fachkräfte gegründet, die für die Vergabe von Aufenthaltstiteln speziell im hochqualifizierten Bereich zuständig sind. So wurde in München das Service-Center für internationale Fach- und Führungskräfte als ein Teilbereich der Ausländerbehörde der Landeshauptstadt München zum 01.10.2013 ins Leben gerufen. Nun teilt Sabine Ufholz, aus der Abteilung für Ausländerangelegenheiten im Service-Center, ihre bisherigen Erfahrungen bei der Vergabe der Blauen Karte EU.

1. Wie viele Blaue Karten sind im Jahr 2017 von der Ausländerbehörde München erteilt worden? Aus welchen Ländern kamen die Antragsteller (Top 5) – und welche Berufsgruppen waren die häufigsten?

Die Landeshauptstadt München hat im Jahr 2017 insgesamt 2.169 Blaue Karten EU erteilt. Hierbei sind 1.616 der Personen in Mangelberufen tätig und 553 Blaue Karten EU wurden aufgrund Regelgehaltes erteilt. Im gleichen Zeitraum wurden bei den Mangelberufen 580 Blaue Karten EU und bei den Regelberufen 265 verlängert. Die meisten Antragsteller kamen aus Indien, China, Russland, USA und der Ukraine (Top 5). Die häufigste Berufsgruppe findet sich im IT-Bereich.

2. Einem Bericht zufolge leben viele Blaue Karte-Inhaber bei der Erstantragstellung bereits in Deutschland. Wie ist denn Ihre Erfahrung in München?

Unserer Erfahrung nach, kommen die meisten Blaue Karte-Inhaber aus dem Ausland. München hat zwar auch Universitäten, von welchen hochqualifiziertes Personal nach Abschluss rekrutiert wird, aber die Einreisezahlen für hochqualifizierte Beschäftigung aus dem Ausland nach München sprechen für sich:
Das Service-Center der Landeshauptstadt München hatte im Jahr 2017 insgesamt 4107 Visavorgänge. Davon waren 1061 Blaue Karten, 1393 Anträge auf Familiennachzug und 1615 Anträge zur qualifizierten Beschäftigung nach § 18 oder zur Arbeitsplatzsuche.

3. Wie funktioniert das Verfahren zur Erteilung der Blauen Karte bei Ihnen? Welche Behörden sind in der Regel beteiligt?

Im Rahmen der Ersteinreise obliegt die Vorprüfung der Blauen Karte EU den Auslandsvertretungen. Im Bereich der Mangelberufe mit niedrigerem Gehalt ist aber auch die Bundesagentur für Arbeit beteiligt.

Nach Visumserteilung und Einreise sowie Wohnsitznahme in München, verbleibt hier noch die Ersterteilung. Dies wird bei uns üblicherweise im Rahmen eines Termins gemacht. Die Kunden melden sich bei uns per E-Mail oder buchen sich selbst online einen Termin für eine Blaue Karte EU.


In vielen Fällen werden die Kunden von einem Relocationservice betreut, der hier vor Ort rechtzeitig Termine bucht. Sofern eine Einreise ohne Visum erfolgt, übernimmt die Ausländerbehörde München bei Bedarf die Einschaltung der Bundesagentur für Arbeit hier vor Ort.

Eine weitere beteiligte Behörde – außer der Bundesagentur für Arbeit – ist die Meldebehörde, bei der der Wohnsitz angemeldet wird. Damit wird die örtliche Zuständigkeit der Ausländerbehörde begründet sowie in Einzelfällen die entsprechende Anerkennungsstelle für ausländische Qualifikationen bzw. die Kultusministerkonferenz, sofern Probleme bezüglich der ausländischen Abschlüsse auftreten. 

München hat eine Anerkennungsstelle innerhalb der Stadtverwaltung, mit der das Service-Center für internationale Fachkräfte in intensivem Austausch steht und daher die meisten Fälle unproblematisch zeitnah lösen kann.
4. Was passiert mit dem Blaue Karte-Inhaber, wenn der Job aufgrund dessen die Blaue Karte erteilt wurde, gekündigt wird?

Bei Verlust des Jobs wird die Blaue Karte verwaltungsrechtlich befristet. In dem Zusammenhang muss ggf. auch eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit eingeholt werden. Danach kann nach § 18c AufenthG für maximal ein halbes Jahr ein Aufenthaltstitel zur Arbeitsplatzsuche ausgestellt werden. Innerhalb dieses Zeitraums muss die ausländische Fachkraft eine neue studienadäquate Beschäftigung finden – was im Normalfall auch problemlos gelingt.

Sobald die Fachkraft eine Beschäftigung gefunden hat, spricht sie mit dem neuen Vertrag bei uns vor und erhält dann wieder einen Titel zur Beschäftigung.

5. Für die Blaue Karte EU gelten spezielle Erteilungsvoraussetzungen, z.B. das Mindestgehalt. Welche Möglichkeiten hat ein Blaue Karte-Inhaber, der mit einem Jobwechsel die erforderliche Gehaltsgrenze nicht mehr erreicht?

In diesen Fällen bestünde noch die Möglichkeit, ggf. im Benehmen mit der Bundesagentur für Arbeit, festzustellen, ob es sich um eine studienangemessene Beschäftigung handelt, für die ein Aufenthaltstitel nach § 18 Abs. 4 AufenthG in Verbindung mit dem passenden Paragraphen der Beschäftigungsverordnung erteilt werden kann. Es ist nicht erforderlich, dass der Antragsteller hierfür ausreist, die Prüfung findet vor Ort statt.

Infobox: Im Service-Center der Landeshauptstadt München werden durch 19 Mitarbeitende alle Kunden im hochqualifizierten Bereich betreut. Insgesamt beläuft sich der dort zu betreuende Personenkreis auf etwa 15.000 Personen. Hierzu gehören neben den Inhabern der Blauen Karte EU auch Hochqualifizierte, die im Rahmen eines Aufenthaltstitels nach § 18 Abs. 4 AufenthG in Deutschland beschäftigt sind sowie die Familienangehörigen der beiden Personengruppen. Weiterhin werden selbstständig oder freiberuflich tätige Personen, Berufssportler und Künstler beraten sowie im Bereich des Personalaustausches / intercorporate transfers (ICT-Karte). Die Betreuung erfolgt in mehreren Sprachen, überwiegend jedoch in Englisch. Für weitere Informationen über das Service-Center steht Frau Sabine Ufholz (Email: migration.kvr@muenchen.de) zur Verfügung.


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